Alt-Markkleeberg

Markkleeberg-Ost, Herrenhaus, Gartenseite 1993

Markkleeberg hatte in die Stadtgründung weit mehr einzubringen als nur seinen Namen. Immerhin wurden hier die ältesten Zeugnisse menschlicher Tätigkeit in Sachsen aus einer Zeit von vor 280.000 - 300 000 Jahren entdeckt. Auch für die Chronisten der Völkerschlacht ist der Name ein Begriff, tobten am Torhaus des hiesigen Rittergutes doch die blutigsten Stellungskämpfe. Diese Rittergutsanlage mit dem sanierten Torhaus, die auf romanische Ursprünge zurückzuführende, ebenfalls sanierte Auenkirche, Bauerngehöfte, Villen vom Beginn des letzten Jahrhunderts und moderne Wohnanlagen vom Ende desselben pflegen im heutigen Ortsbild ein angenehmes Miteinander.

Die Ersterwähnung von 1190 bescheinigt dem Ort ein respektables Alter, auch ohne urgesellschaftliche Vorfahren. Erste Besitzer waren die Cleebergs, denen im 15. Jahrhundert die Haugwitz’ folgten, darauf die Starschedels und Anckelmanns. 1917 pachtete Dr. Paul Hoppe das Gut, das er 1933 erwarb. Er führte moderne landwirtschaftliche Methoden ein, nutzte als einer der ersten Dampfpflüge. Nach der Enteignung 1945 wurde es Versuchsgut und das Herrenhaus Krankenhaus, später Altenpflegeheim. Die Erben kauften nach 1990 das Torhaus des Ritterguts zurück und etablierten darin einen regen Förderverein und ein sehenswertes Heimatmuseum. Das Ensemble Torhaus mit Herrenhaus und der Auenkirche als dem ältesten Bauwerk der Stadt ist in dieser Form einzigartig in der Region und verdient Förderung. Dazu kommt in direkter Nachbarschaft das Gehöft des letzten Pleißefischers Eser, der hier bis etwa 1930 seinen Beruf ausübte.

Vor und nach dem Ersten Weltkrieg bauten sich honorige Leipziger ihre Vorstadthäuser, vielfach Villen, in einer Siedlung an der Bornaischen Straße, deren Straßen sie nach Komponisten benannten, daher die Bezeichnung Musikerviertel. Die Siedlung „Goldene Höhe“, die ab den 30er Jahren an der Straße nach Wachau errichtet wurde, hat dagegen ihren Namen von der Wirkung der angrenzenden reifen Getreidefelder. Unweit vom agra-Park entstand seit Mitte der neunziger Jahre die Wohnsiedlung Rathenaupark, die gehobenes Ambiente in ruhiger Umgebung bietet. Auch Alt-Markkleeberg war Tagebaurandgemeinde. Nirgendwo anders war der Kontrast der aufeinandertreffenden alten Kulturlandschaft mit der Tagebaulandschaft krasser erlebbar als im Süden des Ortsteils um seine alte Mühle herum. Auch die Bornaische Straße, einst wichtigste Verbindung auch der Stadt Leipzig nach Süden, fand ihren unvermittelten Abbruch an der Tagebaukante.

Aus dem Tagebauchrestlioch ist nunmehr der  Markkleeberger See enstanden, der mit seiner Landschaft, den Stränden, der Wildwasseranlage im Kanupark und der Seepromenade ein beliebtes Ausflugs- und Erholungsziel ist. Insgesamt wird der Ortsteil durch seine vermittelnde Lage zwischen Großstadt und See weiter an Attraktivität gewinnen.

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