Gaschwitz

Auch Gaschwitz gehört zu jenen Orten, die auf dem schmalen Landstreifen zwischen den Tagebauen Espenhain und Zwenkau erhalten geblieben sind.
70% der Gemarkungsfläche wurde in den letzten Jahrzehnten abgebaggert. Das einst idyllisch in der Pleißenaue gelegene Dorf altsorbischen Ursprungs verfügt über ein bedeutendes Rittergut, das jeher auch Zentrum des Ortes war.
Einige Besitzer des Rittergutes waren 1500 - 1925 unter anderem die Familien: Pflugk; von Erdmannsdorf; von Zehmen, von Kopfgarten, Benjamin Hagen und Erben; Rahel Bose und Erben, Johann Gotthelf von Leyser, Domprobst Friderici und Erben. Im Jahre 1925 wurde das Rittergut an die Sächsischen Werke verkauft. Seine stilvollen Anlagen drohten zu verfallen.
Begründete Hoffnungen auf Erhalt gibt es, seit die Stadt das gesamte Schlossgelände im Jahre 2000 erwarb.

Bereits im Laufe des 19. Jahrhunderts entwickelte sich Gaschwitz zu einem attraktiven Naherholungs- und Luftkurort zwischen Harthwald und Auen. Mit der Eröffnung des Eisenbahnhaltepunktes 1874 und dem Bau eines großen Rangierbahnhofes wandelte sich das Gesicht des Ortes mit seinen Ausflugsgaststätten und Villen hin zu einem Arbeiterwohnort. Zahlreiche Eisenbahner und später auch Bergleute fanden in den einfachen Werkswohnungen der Betriebe Unterkunft. Viele dieser Bergleute waren an den Teildevastierungen ihres Ortes ab Ende der 50er Jahre selbst beteiligt. Gaschwitz war lange Zeit fast nur noch als Bahnstation inmitten von Mondlandschaften bekannt. Es ist bis heute der einzige Markkleeberger Ortsteil, der keinen Bevölkerungszuwachs in den letzten Jahren erfahren hat. Zu schwer wiegt noch die Bürde der Vergangenheit.
Es bleibt zu hoffen, dass die künftige Lagegunst inmitten der Freizeit- und Seenlandschaft auch zu einer Verbesserung der Lebensqualität in Gaschwitz führen wird.

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