Großstädteln

Das einst langgestreckte Straßendorf hat einen Herrensitz, den in frühster Zeit gleichfalls die Ritter Pflugk einnahmen.

Über mehrere Besitzer z.B.1289 Conradus de Stedelen; 1482 Caesar Pflugk auf Eythra; 1530 Wolf von Erdmannsdorf; von Dieskau; Wilhelm von Kospoth, 1690 Oberst von Lüttichau kam das Gut 1730 durch Verkauf an den Leipziger Kaufherrn Peter Hohmann, dem auch die benachbarten Orte Deuben, Cröbern, und Crostewitz gehörten. Dessen Sohn, Karl Friedrich von Hohenthal, ließ 1734, in Nachahmung der Nachbarn Kees und Jöcher, Schloss und Kirche im Stil des Barock umbauen.
1860 ging der Besitz an Christian Gottlob Weiß aus Kulmbach, der 1870 einen ersten Braunkohlenabbau unter Tage bei Kleinstädteln begann. Wenngleich das Unternehmen fehlschlug, bestimmte die Braunkohle dennoch im folgendem Jahrhundert das Schicksal des Ortes nachhaltig. Eine bescheidene Industrialisierung setzte ein.

Ende der 30er Jahre entstanden entlang der Hauptstraße große Wohnsiedlungen, nach deren Bezug sich die Bevölkerungszahl in kürzester Zeit mehr als verdoppelte. Baulich wuchs der Ort mit dem südlichen Nachbarn Gaschwitz zusammen. Von Westen und Osten rückten in den folgenden Jahrzehnten die Tagebaue Espenhain und Cospuden auf den 1937 nach Markkleeberg eingemeindeten Stadtteil vor. Großstädteln wurde dadurch Auftakt und Bestandteil des sogenannten Trassenkorridors, der, sich bis Böhlen hinziehend, zwischen den Abbaufeldern der Tagebaue Zwenkau und Espenhain erhalten bleiben musste.

Der entlang der Pleiße führende Radwanderweg, eine touristische Verbindung auf der Achse Delitzsch – Leipzig – Altenburg – Crimmitzschau führt immer mehr Touristen in den Ortsteil.

Die Lagegunst Großstädtelns am Scheitel zwischen Neuer Harth/Cospudener See und dem entstehenden Markkleeberger See wird in den nächsten Jahren weiter gewinnen, vor allem dann, wenn die geplante Brücke über Pleiße und B 2 im Bereich der Alten Ziegelei die Markkleeberger Ortsteile und Ausflugsziele engmaschiger aneinander knüpft.

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