Raschwitz

Von Leipzig über die Koburger Straße oder den Goethesteig kommend, kann man sich kaum einen besseren Empfang in Markkleeberg vorstellen, als ihn das Ortsbild von Raschwitz bereithält: Herrschaftliche Villen, umgeben von parkähnlichen Gärten, Einfamilienhäuser, Alleen und ein gastfreundliches Forsthaus. Schon Goethe hatte einen guten Riecher, als er den Ort, der über die Jahrhunderte eigentlich nur ein Gut war, wiederholt besuchte.

1779 ging das Gut wieder an den Leipziger Rat, der es 1835 an August Pusch, Besitzer des Leipziger „Hotel de Pologne“, verkaufte, der wiederum das Ausflugslokal erweiterte.
1889 kaufte der Gautzscher Rittergutsbesitzer Walter Kees das Gut, ließ bis 1893 das Herrenhaus neu bauen, den Park anlegen, neue Straßen herstellen und beschleusen und schließlich die gesamten Feldgrundstücke parzellieren und verkaufen. Der Verkauf wurde in zwei Hauptteilen abgewickelt, und zwar den nördlichen Teil mit dem alten Herrenhaus an den Geheimen Hofrat Dr. Karl Lampe, dessen Sohn Lampe-Vischer z.B. 1925 wiederum einen Teil an den Industriellen Carl Westphal von Krupp in Essen verkaufte. Der südlichste Teil ging an den Zeitungsverleger, Domherrn, Kaufmann und württembergischen Konsul Paul Herfurth, der zwei Villen bauen ließ, von der die 1905 gebaute als „Weißes Haus“ bekannte noch steht. Auf den Sohn Karl Lampes ist auch der komplette Neubau des Raschwitzer Herrenhauses bereits 1911/1912 im Stil eines englischen Landsitzes zurückzuführen, wie er bis heute als Wohnanlage für mehrere Familien erhalten ist.

Der Ausflugsdrang der Leipziger wandte sich ab 1889 dem nach Plänen von Gempe erbauten Forsthaus Raschwitz zu, was durch die 1901/02 gebaute Straßenbahn noch gefördert wurde. In den zwanziger Jahren entfaltete sich Raschwitz zum vornehmen Villenvorort von Leipzig, ab 1934 entstand die „ Herrenhaus-Siedlung“.

Noch heute sind herrliche Bauten im Stile der Gründerzeit und im Jugendstil erhalten.
Von dem am Westphalschen Haus beginnenden Pleiße-Radwanderweg aus kann dieser schöne Ortsteil „entdeckt“ werden.

zur Chronik

Stadtdialog Markkleeberg 2030
Aufruf Projekt-Pate

MDV-Fahrtenplaner