Mittwoch, 18.12.2019

Gemeinsame Aktion über Stadtgrenzen für Fairen Handel

Markkleebergs Oberbürgermeister und Mitglieder der Steuerungsgruppe Fairtrade in Markkleeberg nahmen an diesem Termin teil.

Seit heute (18. Dezember) wirbt zwischen Schkeuditz, Leipzig und Markkleeberg eine besonders gestaltete Straßenbahn für fairen Handel. Den Startschuss gaben Leipzigs Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal und Markkleebergs Oberbürgermeister Karsten Schütze gemeinsam mit dem Direktor des Zoos Leipzig, Prof. Jörg Junhold, der zu diesem Anlass offiziell die Funktion des Botschafters für das Netzwerk Leipzig handelt fair übernahm.

Unter dem Motto „Fairer Handel verbindet“ wird die Bahn des Typs NGT 12 XXL auf der Linie 11 für ein Jahr auf die Bedeutung menschenwürdiger Arbeitsbedingungen für ein friedliches globales Miteinander aufmerksam machen und mit dem Kauf zertifizierter Fairtrade-Produkte eine einfache und direkte Möglichkeit aufzeigen, dazu beizutragen.

„Wir haben erste Projekte, bei denen faire Kriterien in der Beschaffung nachweislich berücksichtigt wurden, erfolgreich abschließen können“, erläutert Leipzigs Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal. Weitere seien am Anlaufen, auch im Bereich der Eigenbetriebe und der städtischen Unternehmen. „Wir wollen mittel- und langfristig die große Marktmacht, die die öffentliche Hand hat, zur Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen im globalen Süden nutzen. Das ist nicht nur moralisch einfach nötig, sondern es ist auch aktive Bekämpfung von Migrationsursachen und kommt uns deshalb auf direktem Wege wieder zugute“. Ab dem nächsten Jahr werde verstärkter Wert auf die nachweisliche Einhaltung der geltenden sozialen Normen gelegt, so Rosenthal. Das sei mit einigen Produkten sehr einfach zu machen, was auch beim Grünen Ring Leipzig unter Beweis gestellt worden sei, der bereits seit einigen Jahren zu den Stadt-Umland-Konferenzen ein faires und nachhaltiges Catering organisiert habe.

Der Schkeuditzer Oberbürgermeister Rayk Bergner musste seine Teilnahme am Termin leider absagen, aber er unterstreicht: „Dass auch die ganz großen Aufgaben mit alltäglichen, kleinen Schritten zu packen sind, macht diesen Ansatz besonders attraktiv. Ich möchte das gern aus der interkommunalen Kooperation übernehmen und freue mich auf diese Zusammenarbeit mit unseren Nachbarstädten im kommenden Jahr“, so Bergner. „Die Bahn, die auf der Linie 11 zwischen den drei Städten fährt, bringt diese verbindende Wirkung bildhaft zum Ausdruck.“

„Auch wir als Stadt mit 25.000 Einwohnern versuchen unseren kleinen Beitrag zu leisten und ein Zeichen gegen ausbeuterische Handelsverhältnisse zu setzen, indem wir faire Produkte beschaffen und das Thema Fairer Handel in diversen Projekten voranbringen“, ergänzt Markkleebergs Oberbürgermeister Karsten Schütze. „Schön wäre, wenn die Zahl der Städte, die sich für fairen Handel und für faire Beschaffung einsetzen, kontinuierlich wächst und sich auch immer mehr kleinere Städte mit dem Thema beschäftigen und Netzwerke bilden.“ Auch er könne sich eine verstärkte Diskussion dazu im Grünen Ring Leipzig gut vorstellen, so Schütze.

Den Direktor des Zoo Leipzig, Prof. Jörg Junhold, begründet sein Engagement als Botschafter des Netzwerks „Leipzig handelt fair“: „Mit Überzeugung unterstütze ich die Leipziger Initiative zur Stärkung des Fairen Handels. Wir haben als Stadtgesellschaft die Aufgabe, uns gegen die globale Ausbeutung von Menschen und Natur zu stellen – mit fairen Bedingungen bei der Produktion von Konsumgütern und zu fairen Preisen. Wir alle tragen eine Verantwortung für unsere Umwelt, und als Zoo haben wir dabei natürlich die Erhaltung der Artenvielfalt im Blick, die auch durch die Stärkung des fairen Handels profitiert. Der Zoo Leipzig und das Netzwerk „Leipzig handelt fair“ kämpfen für dieselben Ziele und streiten gemeinsam für eine faire Zukunft.“ Junhold übergab zu diesem Anlass auch die vollständig überarbeitete zweite Auflage des „Fairen Einkaufsführers“ der Öffentlichkeit.

Während zweier jeweils 14 tägiger Plakataktionen in den Bahnen in diesem und im kommenden Jahr soll mit Bildschirmspots, DIN A 3-Plakaten und sogenannten Swing Cards das Thema sowohl auf kommunaler als auch im Gewerbebereich erläutert und auf kooperierende Einzelhandels- und Gastronomiebetriebe hingewiesen werden, die Fairtrade-Produkte in ihrem Sortiment führen und hier einen erkennbaren Schwerpunkt setzen.

Zwischen den Fairtrade-Towns Leipzig und Markkleeberg besteht auf der Ebene der Steuerungsgruppen seit 2018 eine regelmäßige Kooperation. Leipzig darf seit 2011 den Titel Fairtrade Town tragen, Markkleeberg seit 2015. Die Aktivitäten zur Förderung des Fairen Handels mündeten in Leipzig auch in mehrere erfolgreichen Teilnahmen der Stadt Leipzig beim Wettbewerb „ Hauptstadt des fairen Handels", wobei 2015 und 2019 jeweils einer der fünf Hauptpreise errungen werden konnte. Leipzig und Markkleeberg fördern den Fairen Handel seit längerem mit zahlreichen Aktionen. Das Projekt „Fairtrade-Straßenbahn“ wird durch die Engagement Global gGmbH im Auftrag des BMZ gefördert. Der Fördersatz beträgt 90 Prozent.

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