Namensgebung/Namensrecht

Allgemeine Informationen:

Bei der Namensgebung ist zwischen Vor- und Familienname zu unterscheiden.

  • Vorname:

Den Vornamen für Ihr Kind können Sie weitgehend selbst bestimmen. Nicht erlaubt sind Bezeichnungen, die ihrem Wesen nach keine Vornamen sind (zum Beispiel Warennamen, Fantasienamen, Verunglimpfungen). Auch sind für Mädchen nur weibliche und für Jungen nur männliche Vornamen zulässig. Bei Namen, die sowohl für Mädchen als auch für Jungen als Vornamen verwendet werden (zum Beispiel Kai, Chris, Alex) ist ein zweiter Vorname, aus dem eindeutig das Geschlecht des Kindes hervorgeht, auszuwählen.

Die Entscheidung, welchen Vornamen das Kind tragen soll, haben die Eltern in Ausübung der Verantwortung für das Kind zu treffen. Dem Recht der Eltern zur Wahl des Vornamens darf dort eine Grenze gesetzt werden, wo seine Ausübung das Kindeswohl zu beeinträchtigen droht. Dies betrifft auch die Anzahl der Vornamen.

TIPP: Unproblematisch sind Vornamen, die in Vornamensverzeichnissen enthalten sind. Diese sind im Buchhandel erhältlich. Auch im Internet gibt es Vornamensverzeichnisse.

HINWEIS: Sind beide Elternteile sorgeberechtigt, steht ihnen das Recht zur Vornamenserteilung gemeinsam zu. Ist nur ein Elternteil sorgeberechtigt, so darf dieser den Vornamen aussuchen.

  • Familienname:

Für die Bestimmung des Familiennamens Ihres Kindes (auch Geburtsname genannt) gibt es folgende Möglichkeiten: Das Kind erhält als Geburtsname entweder den Ehenamen seiner Eltern, den Familiennamen seines Vaters oder den Familiennamen seiner Mutter.

Führen die miteinander verheirateten Eltern einen Ehenamen, so erhält das Kind den Ehenamen als Geburtsnamen. Führen Sie keinen Ehenamen, so bestimmen die Eltern den Familiennamen, den die Mutter oder der Vater zur Zeit der Erklärung führt, zum Geburtsnamen des Kindes. Diese Bestimmung gilt dann auch für alle weiteren Kinder.

Wenn die Eltern des Kindes nicht miteinander verheiratet sind und ein Elternteil das alleinige Sorgerecht für das Kind hat, so erhält das Kind den Familiennamen des Sorgeberechtigten. Der Sorgeberechtigte hat jedoch die Möglichkeit, dem Kind den Familiennamen des nicht sorgeberechtigten Elternteils zu erteilen. Hierzu ist allerdings dessen Einwilligung nötig.
Hat ein Elternteil wieder geheiratet oder eine Lebenspartnerschaft begründet, kann dem Kind durch Erklärung gegenüber dem Standesbeamten der neue Ehe-/Lebenspartnerschaftsnamen erteilt werden. Dieser Name kann auch dem von dem Kind zur Zeit der Erklärung geführten Familiennamen vorangestellt oder angefügt werden. Voraussetzung ist, dass das Kind im gemeinsamen Haushalt mit dem wiederverheirateten oder in Lebenspartnerschaft lebenden Elternteil lebt. Die Erteilung, Voranstellung oder Anfügung des Namens bedarf der Einwilligung des anderen Elternteils, wenn gemeinsames Sorgerecht besteht. Hat das Kind das fünfte Lebensjahr vollendet, bedarf es auch der Einwilligung des Kindes.

HINWEIS: Die Erklärungen müssen öffentlich beglaubigt werden.

Bei einem Kind mit ausländischer Staatsangehörigkeit bestimmt sich der Name grundsätzlich nach dem Recht des Staates, dem es angehört.