Paul Schultze-Naumburg (1869 - 1949)

Paul Schultze-Naumburg war Maler, Fachschriftsteller, Lehrer, Fotograf, Mitbegründer und langjähriger Vorsitzender des "Bundes Deutscher Heimatschutz", Architekt und Unternehmer. In seinem Schaffen, das vor allem dem Wohnungsbau galt, setzt er Zeitloses und Allgemeinverbindliches gegen Neuerungssucht, "sein" idealer Stil ist ein modernisiertes Biedermeier.

Bis zum Ende des 1. Weltkrieges baute oder renovierte er vornehmlich Herrenhäuser des Adels und des Großbürgertums. Weltweit bekannt wurde Schloss Cecilienhof, 1913 - 1917 für den preußischen Kronprinzen Wilhelm gebaut, wo nach dem 2. Weltkrieg das Potsdamer Abkommen unterzeichnet wurde. Über die Arbeit für Krupp an der Villa Hügel in Essen kam er an dessen Leipziger Geschäftsführer, Carl Westphal, der wohl darauf einwirkte, dass Schultze-Naumburg als Hauptplaner des Villenvorortes Raschwitz fungiert. Das Projekt lief Mitte der zwanziger Jahre vielversprechend an, erhalten ist eine komplette Wegeplanung, wurde aber mangels potenter Investoren bald auf Eis gelegt. Erhalten blieb ein einzigartiges Ensemble aus drei Villen in der Dölitzer Straße.

Ab Mitte der 1920er Jahre radikalisierte sich Schultze-Naumburg politisch als Wegbereiter des Dritten Reichs und dessen Rassenideologie sowie Kulturtheorie.
Er war Mitverantwortlicher für die Schließung des Dessauer Bauhauses und für die Bücherverbrennungen von 1933.
Seine Biografie verlief in großen Sprüngen.

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