Der berühmte altsteinzeitliche Fundplatz Markkleeberg

Der Fundplatz Markkleeberg wurde 1895 von dem Landesgeologen Franz Etzold entdeckt. Er war der erste Forscher, der in einer der Kiesgruben in Markkleeberg-Ost Steinartefakte fand. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts suchte Karl Hermann Jacob (Jacob-Friesen) im Auftrag von Hugo Obermaier - Mitbegründer der europäischen Altsteinforschung - die Kiesgruben auf. Die veröffentlichten Fundergebnisse erregten große Aufmerksamkeit in Fachwelt und Öffentlichkeit.

Über viele Jahrzehnte wurden in der Folgezeit Steinartefakte aus den Kiesgruben in Markkleeberg-Ost geborgen, die jetzt Exponate verschiedener Sammlungen und Museen in ganz Europa sind.
Schließlich handelt es sich bei den Markkleeberger Funden um den frühesten Nachweis der Befähigung des Menschen zur Besiedelung der eiszeitlichen Kältesteppen. Für die Forschungsgeschichte der urgeschichtlichen Archäologie im Speziellen und der Eiszeitforschung im Allgemeinen hat Markkleeberg einen fundamentalen Stellenwert. Hier entzündete und verbreitete sich ein Disput um einen vermeintlichen Widerspruch: ein auf geologischen Untersuchungen basierendes hohes Alter einerseits und ein aufgrund der „fortschrittlich“ hergestellten Steinartefakte zu erwartendes jüngeres Alter andererseits.
Diese Bedeutung des Markkleeberger Fundplatzes spiegelt sich in zahlreichen wissenschaftlichen Abhandlungen wieder. Heute gibt es keine Zweifel daran, dass die Steinartefakte aus Markkleeberg in die Saaleeiszeit zu datieren und ihr Alter mit 280.000 - 300.000 Jahren anzugeben ist.

Der Fundplatz Markkleeberg fiel weitestgehend dem Tagebau Espenhain zum Opfer. Die letzte systematische Grabung nahm das Landesamt für Archäologie des Freistaates Sachsen vom Mai 1999 bis Dezember 2000 vor. Viele dieser Funde und Erkenntnisse werden im neuen Haus der Archäologie in Chemnitz in die Dauerausstellung eingehen.

Vision archäologische Erlebnisausstellung

Die Stadt Markkleeberg möchte den Beginn menschlicher Existenz in Mitteldeutschland am authentischen Standort und in reizvoller Lage am Ufer des Markkleeberger Sees mit einer erlebnisreichen, wissenschaftlich untersetzten und zeitgemäßen Ausstellung visualisieren. Diese Vision hat bereits einen Namen: Am Nordufer des Markkleeberger Sees, mit öffentlichen Verkehrsmitteln hervorragend erreichbar, soll das Tor zum Südraum, ein zentrales Informations- und Kommunikationszentrum für Bewohner und Gäste des Leipziger Neuseenlands entstehen und auch die archäologische Erlebnisausstellung beherbergen.

In einem ersten Schritt arbeiten die Kommunen Markkleeberg und Großpösna mit Unterstützung durch den Verein Erdgeschichte im Südraum Leipzig an der Entstehung des erdgeschichtlichen Zeitpfads Markkleeberger - Störmthaler See (GEOPFAD).