Ehrenbürger/innen der Stadt Markkleeberg

Herr Dr. Bernd Klose, Oberbürgermeister a. D.

Anlässlich des Neujahrsempfanges am 8. Januar 2016 wurde Herrn Dr. Bernd Klose, dem langjährigen Oberbürgermeister der Stadt Markkleeberg, das Ehrenbürgerrecht verliehen.

Herr Dr. Klose hatte in seiner 19-jährigen Amtszeit von 1994 bis 2013 die Entwicklung unserer Stadt aktiv gestaltet und ihr heutiges Gesicht in entscheidender Weise geprägt.
Eines seiner größten Verdienste war der erfolgreiche Kampf zum Erhalt der Selbstständigkeit unserer Stadt im Jahre 1999.

Er begleitete und forcierte den gewaltigen Landschaftsumbau nach Ende des Braunkohlentagebaus in der Region und nutzte mit großem Weitblick die sich daraus ergebenden Chancen für unsere Stadt als künftig bevorzugten Wirtschafts- und Tourismusstandort.
Unter seiner Führung realisierte die Stadt gewaltige Infrastrukturmaßnahmen und entwickelte konsequent ihre weichen Standortfaktoren, wie Schulen, Kindertagesstätten, Sportanlagen und Kultureinrichtungen.

In seiner Amtszeit avancierte Markkleeberg zu einer der attraktivsten Städte sowie einem außerordentlich beliebten Wohnstandort im Südraum Leipzig.

Wir sind Herrn Dr. Bernd Klose für sein verdienstvolles Wirken für unsere Stadt sehr dankbar.

* Herr Dr. Bernd Klose verstarb am 30. März 2016 im Alter von 68 Jahren.

Herr Dr. Manfred Nozar

Anlässlich der Feierlichkeit zum 20. Jahrestag der Deutschen Einheit am 2. Oktober 2010 hat die Stadt Markkleeberg Herrn Dr. Manfred Nozar das Ehrenbürgerrecht verliehen.

Als Bürgermeister der Stadt Neusäß begründete Herr Dr. Nozar am 23. Mai 1992 die Städtepartnerschaft mit Markkleeberg. Nachdem 1990 ein Arbeitskreis Städtepartnerschaft gebildet wurde, mündete dieser im September 1992 im Partnerschaftsverein Markkleeberg - Neusäß. Herr Dr. Nozar setzte sich dafür ein, dass die Verbindung der Menschen beider Städte durch alle Alters-, Bevölkerungs- und Gesellschaftsschichten entwickelt wurde. Dank seines Engagements konnte die Städtepartnerschaft sowie der Partnerschaftsverein weiterentwickelt und mit Leben erfüllt werden.

Nach 24 Jahren beendete er seine Tätigkeit als 1. Bürgermeister der Stadt Neusäß am 30. April 2008 - nach vier Wahlperioden á sechs Jahre.
Er erhielt von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann die kommunale Verdienstmedaille. Außerdem wurde Herr Dr. Nozar als Ehrenbürger der Stadt Neusäß ausgezeichnet. Bis heute ist Herr Dr. Nozar Mitglied des Partnerschaftsvereins Markkleeberg - Neusäß.

Frau Zahava Stessel

Frau Dr. Zahava Stessel, geb. Szasz, wurde am 16. April 2008 anlässlich Ihres Besuches in Markkleeberg die Ehrenbürgerschaft der Stadt verliehen.

Mit dieser Würdigung wird ihr Engagement und ihre Verdienste zur Aufarbeitung der Geschichte des Markkleeberger Frauenaußenlagers des KZ Buchenwald geehrt, in welchem vom August 1944 bis April 1945 mehr als 1000 ungarische Jüdinnen und 250 französische Widerstandskämpferinnen Zwangsarbeit leisten mussten. Aus eigenem Erleben schildert Frau Dr. Stessel die Deportation, beschreibt das Martyrium und entreißt es so dem Vergessen. Ihre Aufzeichnungen setzen den ehemaligen Lagerinsassinnen ein bleibendes Denkmal und sind uns Vermächtnis, Verbrechen gegen die Menschlichkeit nie wieder zuzulassen.

Frau Dr. Zahava Stessel geborene Katalin Szasz wurde 1930 im Norden Ungarns geboren. Am 16. April 1944 wurde ihre Familie erst in das Kloster Kosice und dann nach Auschwitz deportiert. Hier wurde die Familie getrennt und bis auf sie und ihre um ein Jahr jüngere Schwester ermordet.

Von Auschwitz kamen die Schwestern nach Bergen-Belsen und dann ins Arbeitslager Markkleeberg - sie hatten sich für älter ausgegeben. In Markkleberg mussten sie für die Rüstungsindustrie arbeiten. Am 13. April 1945 wurde das Frauenaußenlager des KZ-Buchenwald evakuiert und die Häftlinge auf den Todesmarsch geschickt.

Die Schwestern überlebten und kehrten in die Heimat zurück. Da kein Familienmitglied mehr am Leben war, führte sie ihr Weg über ein Flüchtlingslager nahe München 1947 nach Palästina. Katalin emigrierte mit ihrem Mann 1957 in die USA. Ihre Schwester lebt bis heute in Israel.

Frau Dr. Stessel arbeitete nach ihrem Studium in der Stadtbibliothek von New York und promovierte mit 61 Jahren auf dem Gebiet der Philosophie. Zur Geschichte der ungarischen Juden unter dem NS-Regime veröffentliche sie zahlreiche Forschungsarbeiten und gab das vielbeachtete Buch "Wein und Dornen im Tokajer Tal" heraus.
In ihrem neuem Buch "Snow Flowers" beschreibt sie das tägliche Leben im Arbeitslager Markkleeberg und untersucht die Gewaltstrukturen. 
Damit arbeitet sie ein weiteres Stück lokale Geschichte auf.

Herr Jean-Marie Mick

Der erste Eintrag im Goldenen Buch der Stadt Markkleeberg stammt von Jean-Marie Mick.
Am 31. Mai 2000 wurde er zum ersten Ehrenbürger der Stadt ernannt. 

Jean-Marie Mick wurde 1972 zum Bürgermeister von Pierre-Benite gewählt. 
Er erwies sich  als ein Bürgermeister mit Weitsicht, der sich für seine Stadt engagierte.
Nach 30 Jahren Amtszeit endete im Jahr 2001 seine letzte Wahlperiode.
Die 30 Jahre als Bürgermeister waren eng verbunden mit 30 Jahren Städtepartnerschaft mit Markkleeberg. Jean-Marie Mick war es, der die partnerschaftlichen Beziehungen anregte und am 8. Dezember 1971 den Partnerschaftsvertrag zwischen der Stadt Markkleeberg und der Stadt Pierre-Benite unterschrieb. 

Die Partnerschaftsarbeit ist intensiv und besteht aus vielseitigen Beziehungen zwischen den Bürgerinnen und Bürgern, Schülerinnen und Schülern, Musikern, Mitgliedern der Feuerwehren und Vereinen beider Städte.

Jean-Marie Mick ist am 06. März 1936 in Verdun geboren und seit 1966 wohnhaft in Pierre-Benite.
Er ist verheiratet und hat zwei Söhne.