Gut Gaschwitz

POI - Gründerzeitviertel Oetzsch

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Die Gutsanlage besteht aus einem um 1700 gebauten barocken fünfachsigen Fachwerkhaus mit Erker und Mansarddach, auf dem ein 1759 aufgebauter, schiefergedeckter pittoresker Dachreiter als Uhrenturm thront. Die Familie von Zehmen hatte sich das schlichte Herrenhaus bauen lassen, bevor sie 1702 das Gut an Friedrich von Hopfgarten verkaufte. Gleich nebenan befindet sich das neue Herrenhaus, ein neoklassizistischer Bau mit aufwändiger symmetrischer Fassadengestaltung und dreiachsigem Mittelrisalit. Die ursprüngliche Raumgestaltung fiel allerdings der  Nutzung als Schule ab 1948 bis in die Mitte der 1990er Jahre zum Opfer.

Dem Bau des neuen Herrenhauses musste ein von der Gutsherrenfamilie Magen Mitte des 18. Jahrhunderts anstelle der alten Wasserburg errichteter Vorgängerbau weichen. Dessen berühmter Barockgarten und vor allem die Fasanerie machten das Gut Gaschwitz einst weit über die Grenzen Sachsens bekannt.

Von der Gutsanlage erhalten geblieben sind auch die beiden um 1725 errichteten barocken Torhäuser mit streng gegliederten Fassaden und Mansarddächern, deren untere Räume und Keller mit Kreuzgewölben ausgestattet sind. An das südliche Torhaus schließt sich die Orangerie mit einer illusionistischen Deckenmalerei und einer einst verglasten Südfront an.
Als weiteres Gutsgebäude fällt der 1908 errichtete Schafstall durch seinen wehrhaft anmutenden Turmanbau auf. 

zum Ortsteil Gaschwitz

Kontaktinformationen

Gut Gaschwitz
Cröbernsche Str. 12a
04416 Markkleeberg

Als die großflächige Förderung der Braunkohle südlich von Leipzig in den 1920er Jahren einsetzte, wurde der Verfall der Gaschwitzer Gutsanlage eingeleitet. Gaschwitz, gelegen auf einem 500 m breiten Streifen zwischen Bundesstraße, Pleiße und Bahngleisen war kein lebenswerter Ort mehr. Insbesondere denkmalgeschützte Objekte wurden zweckentfremdet genutzt. Auf dem Gut Gaschwitz zog die LPG (Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft) ein.

Die Stadt Markkleeberg erwarb das Gut im Jahr 2000 und arbeitet seitdem intensiv an der Verwirklichung der für die Gutsanlage entwickelten Ideen und Konzepte. Unterstützt mit Mitteln der Europäischen Union, setzten die Sanierungsarbeiten im Gut Gaschwitz 2009 ein. Stück für Stück soll die Anlage durch private und kommunale Investitionen instand gesetzt und  in weiten Teilen erhalten werden. Vom alten Herrenhaus wurde durch privates Engagement das Dach erneuert, beide Torhäuser wurden instandgesetzt und Sanierungsarbeiten wurden an den Wirtschaftsgebäuden durchgeführt.
Das südliche Torhaus mit der benachbarten Orangerie ließ die Stadt Markkleeberg sanieren und nutzt es seit der feierlichen Einweihung am 31.05.2012 als Bürger- und Vereinshaus.

Link zur Orangerie Gaschwitz