Gut Gautzsch

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Dort, wo heute der Kees'sche Park zur Erholung einlädt, befand sich einst das Gut Gautzsch. Eng mit der Geschichte dieses Gutes verbunden, waren seine ersten Besitzer: die in der Leipziger Umgebung bekannten Familien Pflugk, Dieskau und Gehofen. 1713 kaufte der Leipziger Ratsbaumeister, Kammer- und Kommerzienrat Wolfgang Jöcher den Besitz und gestaltete ihn im Stil des Leipziger Barock vollständig um. Das Herrenhaus wurde aufgestockt, erweitert und die Fassade mit Stuckelementen versehen. Nach Versailler Vorbild ließ Jöcher auch den Park anlegen.

Wolfgang Jöcher war es auch, der die einstige Dorfkirche durch einen hochbarocken Neubau, die heutige Martin-Luther-Kirche, ersetzen ließ. Sowohl für den Neubau der Kirche als auch für den Umbau des Herrenhauses beauftragte Jöcher den derzeit führenden Baumeister des Leipziger Barock: David Schatz. Mit dem benachbarten Auerbachs Hof ließ er für seine Gutsarbeiter eine Siedlung bauen.

Schon 1728 allerdings veräußerte Wolfgang Jöcher den Besitz; 1861 gelangte er in die Familie Kees. Ab 1885 wirkte Walther Kees auf Gautzsch. Er verlagerte den Wirtschaftsteil vom Herrensitz an den Ortsrand, ließ das Herrenhaus konsequent im Stil des Neobarock umgestalten. Auf ihn geht die heutige Gestalt der Parkanlage zurück, ehemals von einem Ringgrabensystem umgeben und mit prächtigen Brücken ausgestattet.

Nur wenige bauliche Anlagen des Guts Gautzsch, des heutigen Kees'schen Parks haben sich erhalten: das Adlertor, eine herausragende neobarocke Toranlage in Sachsen, der Weinkeller, dessen Zugang im Stil einer barocken Grotte gestaltet wurde sowie der umfangreich sanierte Mittelbau der einst über 100 m langen Orangerie. Ein privater Investor plant die Umgestaltung des Gesamtgeländes unter dem Motto Gesundheit, Freizeit und Erholung.In dieses Konzept passt auch die Ansiedlung des ersten Kinderhospizes Mitteldeutschland im Jahr 2008 in der Parkanlage.

Kees'scher Park
Geschichte des Ortsteils Gautzsch