Gut Großstädteln

POI - Gut Gautzsch

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Als Herrensitz fand Großstädteln erstmals im Jahre 1289 Erwähnung. Das Schloss, ein zweigeschossiger, ursprünglich von einem Wassergraben umgebener Bau mit Mansardgeschoss und Fledermausgauben stammt aus dem 17. Jahrhundert; das Eingangsportal wird um 1680 datiert. Auf der Gartenseite ziert den Bau ein dreiachsiger Mittelrisalit mit historistischem Vorbau, wahrscheinlich um 1870 entstanden. Äußerlich fast authentisch erhalten, verlor das Schloss im Inneren seine ursprüngliche Raumkonzeption durch mehrfache Umbauten, zuletzt in den 1990er Jahren für die Nutzung als Wohnheim für Asylbewerber.
Vom ehemaligen Gut haben sich auch das zweigeschossige, verputzte Torhaus (um 1700), zwei Wirtschaftsgebäude, die Scheune und der Stall mit Ladeluke erhalten.

Das Gut Großstädteln war ab 1452 im Besitz der Familie Pflugk und kam nach mehreren Eigentümern an den Leipziger Kaufherren Peter Hohmann. Karl Friedrich von Hohenthal (nach Verleihung des Adelspatents nannte sich die Familie Hohmann nun von Hohenthal) ließ im Jahre 1734 das Schloss und die Wirtschaftsgebäude renovieren.

Das Rittergut umfasste einst eine Gesamtfläche von 253 Hektar, davon 153 Hektar Ackerland, 30 Hektar Wiesen und Weiden und 10 Hektar Wald. Dazu kamen Sand- und Tongruben in der Umgebung.
Letzte Eigentümer des Guts Großstädteln waren Elfriede Gräfin von Wallwitz und Egon von Posern. Sie verkauften das Gut gezwungenermaßen 1925, wie alle anderen Gutsbesitzer in der Umgebung auch, an die AG Sächsische Werke Dresden zur Vorbereitung des großflächigen Braunkohlenabbaus.

Kontaktinformationen

Gut Großstädteln
Hauptstraße 217-219
04416 Markkleeberg

Die Gutsanlage befindet sich im privaten Eigentum. Im ersten Bauabschnitt wurde das Torhaus saniert und beherbergt jetzt Wohnungen. Aktuell erfolgt die umfangreiche Instandsetzung des Herrenhauses.