Gut Wachau

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Die Chronik des Ritterguts Wachau erzählt eine lebhafte Geschichte. Immer wieder wechselten die Eigentümer, ging der Besitz zwischen den angesehenen und wohlhabenden Familien Kühlewein, Blasebalgk und Vetzer hin und her. Stärksten Einfluss auf den Ort Wachau übte die Familie Kühlewein aus. Um 1585 ließ Kilian Kühlewein die alten Gebäude abreißen und das Rittergut völlig neu aufbaue

Der berühmteste Wachauer war Gottlieb Wilhelm Rabener, Satiriker der Frühaufklärung, 1714 als Sohn des Rittergutsbesitzers Justus Gottlieb Rabener geboren. 1802 erwarb der Tabakhändler Johann Gottlieb Quandt d.Ä. das Gut Wachau. Sein Sohn Johann Gottlieb, 1787 geboren, war ein bekannter Forscher, Kunstsammler und -kenner, der auch zu Johann Wolfgang Goethe brieffreundschaftliche Kontakte hielt. Im Oktober 1813 wurde Wachau Schauplatz und Schlachtfeld der Völkerschlacht bei Leipzig. Feldmarschall Murat, Schwager Napoleons und König von Neapel wählte das Rittergut zu seinem Hauptquartier.

1856 kam das Gut Wachau an Friedrich Wilhelm Weinschenk. Bereits zwei Jahre später übertrug er es seinem Sohn Ferdinand Wilhelm, der sich für den Abriss der baufälligen Wachauer Kirche einsetzte. Konstantin Lipsius schuf bis 1864 einen richtungsweisenden Bau, der sich an die französische Kathedralgotik anlehnt. Mit dem 68 m hohen Turm war es das mit Abstand größte Gotteshaus einer Dorfgemeinde.

Vom ehemaligen Wachauer Gut, einem kleinem Herrenhaus mit Wirtschaftsgebäuden, das an drei Seiten von einer Parkanlage umgeben war, verblieben nur ein Stallgebäude, das sogenannte Windmühlentor, das einzige erhalten gebliebene, ehemals äußere Stadttor Leipzigs sowie Reste des Parks. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts von Johann Gottlieb Quandt d. Ä im englischen Stil umgestaltet, zierten ihn einst Gewächshaus, Orangerie und die sogenannte Murat-Linde, an der eine gewundene Treppe mit 60 Stufen zu einer Aussichtsplattform hinaufführte. Der klassizistische Sarkophag der Friederike Quandt von 1806 schmückt noch heute die verbliebene Parkanlage. Das Gelände des ehemaligen Ritterguts gehört heute zur Pension "Völkerschlacht 1813". Die Gäste genießen die liebevoll gepflegte historische Athmosphäre im Haus und im Park

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Kontaktinformationen

Gut Wachau
Markkleeberger Straße 60 - 62
04416 Markkleeberg
Zugang Voll

Hinweise:

  • hauseigener Parkplatz auf dem Hof der Pension Völkerschlacht 1813 in der Markkleeberger Str. 60 - 62

Bedeutung der Piktogramme