Schloss und Torhaus Markkleeberg

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In die schriftliche Geschichte trat das Dorf Markkleeberg 1190, als ein Bere de Clebergk den Verkauf des Dorfes Altranstädt bezeugte. Dieser Ministeriale saß vermutlich auf der kleinen, später durch Rittergut und Schloss überbauten Wasserburg. Bis 1350 befand sich Markkleeberg im Besitz derer „von Cleberg“, danach wurde Heinrich von Haldecken mit dem Gut belehnt. Moritz von Starschedel gewährte hier 1592 Calvinisten Zuflucht. 1621 übernahm es ein Leipziger Kaufmann, danach die Familie von Fullen und 1731 die von Lohse. In der Zeit der Völkerschlacht war F. W. Heinrich von Funcke Besitzer. Er musste die völlige Vernichtung der Stallungen des Gutes und der Dorfschule durch Feuer, verursacht durch die Kampfhandlungen während der Völkerschlacht erleben.

Als letzter Eigentümer kaufte Dr. Paul Hoppe 1933 das Rittergut von der Familie von der Crone. Er hatte es bereits 1917 gepachtet. Als Folge der Bodenreform sollte er 1947 ausgewiesen werden. Nach 1990 erwarb es die Familie Gerlach zurück und engagierte sich in hohem Maße nicht nur für die Sanierung des Schlosses, sondern auch für die Wiederbelebung des gesamten historischen Ensembles.
Am Torhaus sind noch die Spätrenaissance-Fenstergewände und zwei Sitznischenportale aus dem Jahr 1664 erhalten geblieben. Das jetzige Schloss, ein zweigeschossiger Bau mit Mansarddach, neunachsiger Fassade und dreiachsigem Mittelrisalit scheint Mitte des 18. Jahrhunderts entstanden zu sein.

Kontaktinformationen

Schloss Markkleeberg
Kirchstr. 40-42
04416 Markkleeberg

Nach 1945 entstand auf dem Gelände ein Versuchsgut der Universität Leipzig. Das Torhaus wurde Neubauernstelle, in seinen gotischen Gewölben wurden Schweine, gehalten; im Herrenhaus richtete man ein Kinderkrankenhaus und später ein Alten- und Pflegeheim ein.
1996 begann der neugegründete Verein „Historisches Torhaus zu Markkleeberg 1813“ e.V. mit der Rekonstruktion des im gleichen Jahr privatisierten Hauses und eröffnete 1998 im Torhaus ein Museum und nutzt auch Ausstellungsräume im Schloss.
Die historische Brennerei, ebenfalls mit gotischen Kellergewölben, fiel einem Abriss zu Neubauzwecken zum Opfer.

Das historische Ensemble um Schloss und Torhaus Markkleeberg mit der Auenkirche und der Pleißenbrücke zählt zu den herausragendsten Denkmalen im Landkreis Leipziger Land. Stadt, Kirche, Denkmalschutz, Eigentümer und Verein haben in den vergangenen Jahren kräftig investiert, um dieses kulturgeschichtlich und touristisch interessante Ensemble wieder herzustellen und neuen Nutzungen zuzuführen. Heute betreibt der Förderverein Historisches Torhaus zu Markkleeberg 1813 e.V. im Torhaus ein Museum. Die historischen Räume werden aber auch zu Veranstaltungen genutzt und vermietet. Im Schloss erfreut der Musiksalon ein kulturinteressiertes Publikum. Die obere Etage und der Seitenflügel werden als private Wohnanlage genutzt, auch durch die Eigentümerfamilie selbst. Der Schlosspark begeistert mit seiner Rhododendrenpracht vor allem zur Blütezeit im Mai viele hundert Besucher.

weiterführende Links
Museum Torhaus Markkleeberg
Schloss- und Rhododendronpark
Geschichte Alt-Markkleeberg