Stolperstein für Alexander Eisenberg im Wolfswinkel 14


Alexander Eisenberg wurde am 28. November 1888 als Sohn jüdischer Eltern in Leipzig geboren. Der Vater Dr. Joseph Eisenberg war Hals-Nasen-Ohren-Arzt. Eine angeborene Schwerhörigkeit behinderte Alexander Eisenberg Zeit seines Lebens.

Mit seinen Eltern und fünf Geschwistern verlebte er seine Kindheit und Jugend in Leipzig. Hier studierte er von 1905 bis 1910 an der "Staatlichen Akademie für grafische Künste und Buchgewerbe". Seinen Lebensunterhalt verdiente Eisenberg mit der Herstellung von Kinowerbung. Dafür gründete er mit seinem Schwager Paul Herrmann eine Firma für Diapositive.

1934 heiratete Alexander Eisenberg in Markkleeberg die nichtjüdische Bürgerin Katharina Brendel und lebte mit ihr "Am Wolfswinkel 14" in einer Doppelhaushälfte. Das Nachbarhaus bewohnten seine Schwester Lili, die mit Paul Herrmann, dem Geschäftspartner Eisenbergs, verheiratet war. Aufgrund der nationalsozialistischen Rassengesetze durfte Alexander Eisenberg seine Firma nicht weiterführen. Er überschrieb sie 1938 auf seinen Schwager Paul Herrmann, der nichtjüdischer Herkunft war. Eisenberg musste nun Zwangsarbeit als Gartenarbeiter leisten.

Ab 1941 lebte er mit seiner Frau in verschiedenen "Judenhäusern" in Leipzig, jedoch war er wegen seiner Ehe mit einer nichtjüdischen Bürgerin vor einer Deportation geschützt. Solche Ehen wurden zu NS-Zeiten "Mischehen" genannt. Ab 1944 durfte das Ehepaar Eisenberg wieder in Markkleeberg wohnen, im Haus von Lili und Paul Herrmann.

Im Januar 1945 erging der Befehl, dass alle noch bestehenden "Mischehen" aufgelöst und die jüdischen Partner deportiert werden sollten. Dieses Schicksal traf auch Alexander Eisenberg und seine Schwester. Im letzten Transport von Leipzig nach Theresienstadt wurden sie und weitere 167 Leipziger Juden am 14. Februar deportiert. Gleisschäden aufgrund des schweren Bombenangriffs auf Dresden am 13. und 14. Februar 1945 führten dazu, dass der Transport vier Tage bis Theresienstadt benötigte. Wegen seiner Taubheit konnte sich Alexander Eisenberg in dem dunklen Waggon mit niemandem verständigen. Er wurde in Theresienstadt in die Krankenstation eingewiesen, weil er laut ärztlicher Einschätzung an einem akuten Verwirrungszustand litt.

Am 25. Februar 1945 verstarb Alexander Eisenberg in Theresienstadt. Sein Grab befindet sich auf dem Friedhof der Gedenkstätte.